Klare Grenzen gegen Menschenfeindlichkeit. Klare Verantwortung für demokratische Überzeugungsarbeit.
„Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Angriffe auf unsere Demokratie sind mit meinen Werten unvereinbar. Davon distanziere ich mich ohne Wenn und Aber.“
Immer mehr bekannte Persönlichkeiten beziehen öffentlich Stellung gegen die AfD. Zugleich wird darüber gestritten, ob prominente Appelle der Demokratie helfen oder ob sie die gesellschaftlichen Gräben weiter vertiefen. Ich halte eine klare Haltung für notwendig – warne aber vor moralischer Überheblichkeit und pauschalen Urteilen.
Prominente dürfen und sollen ihre Stimme erheben. Aber Demokratie darf nicht an einige bekannte Namen delegiert werden. Sie ist die Aufgabe von uns allen.
Meine klare Grenze
Für mich ist eindeutig: Rechtsextremismus, Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit und Angriffe auf unsere Demokratie sind mit meinen Werten unvereinbar. Davon distanziere ich mich ohne Wenn und Aber.
Gleichzeitig lehne ich es ab, jeden AfD-Wähler pauschal als Rechtsextremisten abzustempeln. Wer Menschen zurückgewinnen will, muss widersprechen und überzeugen – nicht beschimpfen.
Überzeugen statt beschimpfen
Schweigen gegenüber der AfD ist keine Lösung. Ebenso wenig hilft es jedoch, Wählerinnen und Wähler pauschal zu beschimpfen, auszugrenzen oder ihnen jede demokratische Urteilsfähigkeit abzusprechen. Wer den Zuspruch zur AfD verringern will, muss ihre politischen Aussagen klar prüfen, Widersprüche benennen und zugleich die Sorgen der Menschen ernst nehmen, ohne rechtsextreme Antworten zu verharmlosen.
Die AfD wird nicht kleiner, wenn wir ihre Wähler beschimpfen. Überzeugen können wir nur mit klaren Argumenten, glaubwürdigen Lösungen und einer Politik, die im Alltag der Menschen wieder spürbar ankommt.
Demokratie ist Aufgabe aller
Jeder Einzelne trägt Verantwortung für unsere demokratische Kultur: durch die Teilnahme an Wahlen, durch eine Mitgliedschaft in einer demokratischen Partei, durch Engagement in Vereinen und Initiativen oder als parteilose, aber deutlich hörbare Stimme. Politisches Engagement darf nicht erst dann beginnen, wenn Umfragen oder Wahlergebnisse Angst machen.
Ich bin parteilos, aber nicht unpolitisch. Demokratie lebt nicht von Empörung allein. Sie lebt von Menschen, die widersprechen, zuhören, mitarbeiten und Verantwortung übernehmen.
Politik muss Vertrauen zurückgewinnen
Die Politik muss die Ursachen für Frust und Vertrauensverlust ernsthaft bearbeiten. Bezahlbares Wohnen, verlässliche soziale Sicherheit, eine funktionierende Verwaltung und nachvollziehbare Entscheidungen sind keine Nebenthemen. Wenn Menschen dauerhaft das Gefühl haben, nicht gehört zu werden, entsteht ein Raum, den radikale Kräfte gezielt nutzen.
Deshalb spreche ich mich für eine offene und klare Auseinandersetzung aus: kein Wegsehen gegenüber Hetze, Menschenfeindlichkeit oder Angriffen auf demokratische Institutionen – aber ebenso keine pauschale Verachtung von Menschen, die aus Enttäuschung oder Protest mit der AfD sympathisieren. Unser Ziel muss sein, Vertrauen zurückzugewinnen und demokratische Mehrheiten mit besseren Antworten zu überzeugen.
Persönliche Stellungnahme von Ralf Bornemann – Sozial- & Schuldnerberater | Coach & Mediator – ohne politisches Amt und ohne Bindung an eine Partei.

