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Meine Meinung · 8. September 2026

Sachsen-Anhalt hat gewählt – wegsehen ist keine Antwort

Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist ein Warnsignal an die gesamte deutsche Politik. Klare Grenzen gegen Extremismus bleiben notwendig – ebenso Respekt vor der Wahlentscheidung und glaubwürdige Antworten auf die Alltagssorgen der Menschen.

Die AfD erreicht nach dem vorläufigen amtlichen Ergebnis 43,8 Prozent und 39 von 83 Sitzen. Die Wahlbeteiligung steigt auf den Rekordwert von 77,8 Prozent.

Demokratie gewinnt Vertrauen nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Zuhören, Glaubwürdigkeit und eine Politik, die im Alltag der Menschen tatsächlich ankommt.

Das Ergebnis der Landtagswahl ist unmissverständlich: Die AfD erhält 43,8 Prozent, während die CDU auf 17,2 Prozent abstürzt. Bei einer Rekordwahlbeteiligung von 77,8 Prozent kann niemand behaupten, dieses Ergebnis sei lediglich durch politisches Desinteresse oder eine kleine Protestgruppe entstanden.

Wer darauf nur mit Schock, Empörung und den bekannten Schlagworten reagiert, hat die Botschaft noch immer nicht verstanden. Viele Menschen fühlen sich von der bisherigen Politik nicht mehr erreicht. Sie erwarten Antworten auf steigende Lebenshaltungskosten, unsichere Renten, Pflegenotstand, Migration, wirtschaftliche Sorgen und fehlende Perspektiven im ländlichen Raum.

Ein Wahlsieg ist kein Freibrief

Gleichzeitig ist ein Wahlsieg kein Freibrief. Die AfD hat die absolute Mehrheit verfehlt. Auch sie muss nun zeigen, ob sie Protest in verantwortungsvolle, verfassungsgemäße und sozial gerechte Politik übersetzen kann.

Von Rechtsextremismus und Menschenfeindlichkeit distanziere ich mich eindeutig. Millionen Wähler pauschal zu verurteilen, halte ich jedoch ebenfalls für falsch und gefährlich.

Entscheidend ist, wer Vertrauen zurückgewinnt

Bundeskanzler Friedrich Merz spricht von einer schweren Niederlage und kündigt Konsequenzen an. Die AfD sieht einen Regierungsauftrag. Das BSW zeigt sich zu Gesprächen mit allen Parteien bereit.

Entscheidend ist jetzt nicht, wer am lautesten jubelt oder sich am stärksten erschüttert zeigt. Entscheidend ist, wer eine stabile Regierung bilden und verlorenes Vertrauen zurückgewinnen kann.

Eine Brandmauer ersetzt keine überzeugende Politik

Eine sogenannte Brandmauer allein ersetzt keine überzeugende Politik. Ihre Aufgabe darf aber ebenso wenig bedeuten, demokratische und rechtsstaatliche Grundsätze aus taktischen Gründen preiszugeben.

Die etablierten Parteien müssen endlich wieder durch konkrete Lösungen überzeugen – nicht durch gegenseitige Schuldzuweisungen oder die Belehrung der Bürger.

Mein Fazit

Sachsen-Anhalt hat nicht nur einen neuen Landtag gewählt. Das Land hat der gesamten deutschen Politik ein Warnsignal geschickt: Demokratie gewinnt Vertrauen nicht durch Ausgrenzung, sondern durch Zuhören, Glaubwürdigkeit und eine Politik, die im Alltag der Menschen tatsächlich ankommt.

Quellen und Nachweise

Ralf BornemannUnabhängig · parteilos · aus der Praxis

Persönliche Stellungnahme von Ralf Bornemann – Sozial- & Schuldnerberater | Coach & Mediator – ohne politisches Amt und ohne Bindung an eine Partei.